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Oft heißt es ja, dass sich eine ökologische Lebensweise nur Besserverdienende leisten können. Mit der Rubrik „Sparen“ will ich dazu den Gegenbeweis antreren. Denn ökologisches Verhalten ist oftmals sogar deutlich günstiger. Und mit dem gesparten Geld kann sich dann jeder auch die Dinge leisten, die tatsächlich teurer sein müssen, wenn sie ökologisch und ethisch vertretbar hergestellt werden.

Kirschragout

2015-06-05 22.15.10Heute habe ich zum ersten mal ein Kirschragout gemacht, mit Kirschen aus dem eigenen Garten. Eine gute Methode, um Kirschen haltbar zu machen, denn das Ragout kann man wunderbar portionsweise einfrieren. 600g hat die Ernte heute gebracht. Viele Kirschen sind noch nicht reif, aber die Tauben stürzen sich schon mit Genuss darauf, so dass ich lieber häufiger die gerade reifen Kirschen ernte, als alles den Vögeln zu überlassen.

Entkernt habe ich sie dann mit einer Haarnadel- Das funktioniert erstaunlich gut. Ich habe die Enden der Haarnadel in einen Korken gesteckt, so hat man einen Griff zum anfassen. Und dann mit dem gebogenen Ende in den Stielansatz der Kirche stechen, ein kurzer Dreh und den Stein heraushebeln. Das ginge mit einem gekauften Kirschentsteiner auch nicht schneller, hätte ich nicht gedacht.

Aus den Kirschen habe ich dann ein sehr leckeres Ragout gekocht.

Kirschragout

Zutaten für 4 Portionen:
200 g Süßkirschen (entsteint)
1 EL Zucker
1 Msp gemahlene Vanille
1 Prise Zimt
50 ml Portwein (ersatzweise Wasser)
1 TL Speisestärke
1 EL brauner Rum

Speisestärke mit dem Rum verrühren. Übrige Zutaten im Topf aufkochen, dann die Stärke dazu, nich einmal aufkochen, fertig.
Schmeckt besonders gut zu meinem selbstgemachten Kokos-Eis.

Für 600g Kirschen habe ich eine Dreiviertelstunde gebraucht. 20 min fürs entkernen und noch mal 15 min für das Ragout. Effizient war das in dem Sinne nicht. Aber ich habe einiges gelernt. Beim nächsten Mal wird alles schon schneller gehen. Und die Bewegung an der Sonne nach einem ganzen Tag im Sitzen war auch mal ganz gut.

Heizekosten sparen

Einen großen Teil des Energieverbrauchs nimmt das Heizen ein. Vor einigen Jahren haben wir in unserer 4-Zimmer-Wohnung pro Jahr Gas für 1.200 Euro durch die Gastherme gejagt. Allein durch Senken der Raumtemperatur von 22 Grad auf 18 Grad haben wir unseren Gasverbrauch halbiert auf 600 Euro pro Jahr, trotz des inzwischen gestiegenen Gaspreises. So ist gar nicht in jedem Fall eine enorm teure energetische Sanierung notwendig- ein dicker Wollpulli tut’s auch. Nach der Fachliteratur spart jedes Grad, um dass die Raumtemperatur reduziert wird, 8% an Heizkosten ein. Bei uns war es sogar noch etwas mehr. Natürlich war es zunächst mal etwas gewöhnungsbedürftig, bei 18 Grad in der Wohnung zu sitzen. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich tatsächlich daran und es fällt gar nicht mehr auf. Ich habe mir allerdings auch meine erste wirklich dicke Schafwolljacke angeschafft, innen noch zusätzlich mit Fleece gefüttert. Aber bei 600 Euro Ersparnis im Jahr darf die dann auch gerne mal 200 Euro kosten- unterm Strich bleibt dann ja immer noch eine ordentliche Sume übrig- von der Entlastung der Umwelt ganz zu schweigen.

Stofftaschentücher

Ob Heuschnupfen oder Erkältung, zum Aufwischen oder für was auch immer, mein Verbrauch an Papiertaschentüchern ist recht hoch. Pro Monat verbrauche ich bestimmt eine halbe Box mit hundert Stück. Zwar verwende ich natürlich schon Recycling-Taschentücher, aber auch für die wird immer noch eine Menge Wasser und Energie bei der Herstellung verbraucht. Zudem sind die Fasern, die für Papiertaschentücher verbraucht werden, verloren. Sie wandern in den Müll und können nicht mehr recycelt werden. Jeder Deutsche verbraucht nach einer Studie vom WWF 15 kg Hygienepapiere pro Jahr, Tendenz steigend. Und das meiste davon ist leider noch nicht mal aus Recyclingpapier. Allein der Hersteller SCA verbraucht nach eigenen Angaben 1.000 Tonnen Holz pro Tag. Da habe ich mir gedacht, ich probiere doch einfach mal Stofftaschentücher aus. Früher kam das für mich nicht in Frage- ich fand es ist irgendwie eklig. Irgendwie komisch, in einen Stofflappen zu schneuzen, der dann vollgerotzt tagelang in der Schmutzwäsche liegt statt sofort entsorgt zu werden. Es ist mehr Arbeit, lohnt sich das überhaupt? Andererseits- vielleicht lohnt es sich doch. Und wenn ich es nicht einfach mal ausprobieren würde, flögen in den nächsten Jahrzehnten hunderttausende von Papiertüchern womöglich unnötigerweise in den Müll. Ein netter Nebeneffekt: wieder ein kleines Stück mehr Unabhängigkeit, wieder eine kleine regelmässige Ausgabe weniger, wieder etwas weniger, das man ständig nachkaufen muss. Und – wenn es gelingen sollte- wieder ein Beispiel dafür, wie Fabriken, die in Industriegebieten Wasser verschmutzen, Wald und Energie verbrauchen- einfach ersatzlos geschlossen werden könnten.

Hier habe ich übrigens mein erstes Set zum Testen bestellt:
www.blumenkinder.eu

Brot backen

Mein erstes WeizenbrotSeit einigen Monaten backe ich unser Brot selbst. Das klappt inzwischen immer besser. Es ist einfach wunderbar, wenn der Duft von frisch gebackenem Brot durchs Haus zieht. Und unschlagbar günstig ist es auch- die Zutaten für ein 750g Brot kosten gerade mal 40 Cent, und das in regionaler Bioqualität. Für alle, die jetzt Lust bekommen haben, das selber Backen auch mal auszuprobieren, gibt es eine riesige Fülle von Rezepten und gute Anleitung zum Beginnen auf der wohl besten Website zum Thema: www.der-sauerteig.com.